12 Sep

Marketing in der digitalen Welt

Unternehmen sollten die Digitalisierung als Chance begreifen und sich als flexible, am Kunden ausgerichtete Netzwerke organisieren. Sie müssen Strukturen und Prozesse komplett neu gestalten und ihr Marketing reformieren.

 

Die Digitalisierung verändert das Konsumverhalten grundlegend. Nie zuvor waren Kunden so gut informiert, mächtig und flexibel. Manager sollten darauf reagieren, indem sie ihre Organisation in ein marktorientiertes Wertschöpfungsnetzwerk überführen. In dessen Zentrum stehen die drei zentralen Treiber von Kundennutzen: das Marken-, das Produkt- und das Kundenmanagement. Das Unternehmen muss sowohl seine Prozesse und Strukturen, als auch sein Marketing an die digitale Wirklichkeit anpassen. Es muss Abteilungssilos einreißen, damit Kommunikation und Kooperation Einzug halten können, und die Rolle des Kunden neu definieren: Er ist nicht mehr nur Käufer, sondern auch Koproduzent und kann über alle Wertschöpfungsbereiche zum Partner werden. Schließlich kommt im digitalen Zeitalter eine wichtige Aufgabe auf flexible Kooperationen mit anderen Unternehmen und Personen zu, wodurch die Grenzen der Unternehmen durchlässig werden. Die Digitalisierung bietet denjenigen, die sich offensiv verhalten, ein enormes Potenzial; wer hingegen alles beim Alten lassen will, muss sich auf schwierige Zeiten einstellen.

 

Dazu ein schneller Blick ins Internet
Bevor deutsche Verbraucher eine Kaufentscheidung treffen, informieren sie sich in vielen Fällen im Internet über Vor- und Nachteile einzelner Produkte. Sie ziehen Bewertungsportale zurate, befragen ihr soziales Netzwerk und vergleichen die Preise in verschiedenen Onlineshops.
Insgesamt gehen 44% der Einkäufer so vor, wie oben beschrieben. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um Produkte oder Dienstleistung von Online- oder Realgütern handelt. Branchenspezifisch zeigen sich sogar einige Ausreißer:

  • Unterhaltungselektronik 65%
  • Reisen und Mobilität 62%
  • Energieversorger 59%
  • Banken und Versicherungen 45%

Quelle: Uni Münster (MCM), Roland Berger Strategy Consultants