07 Jan

Änderungen bei der Umsatzsteuer!

Seit dem Jahr 2015 müssen sich Unternehmer mit einem zusätzlichen Meldeverfahren auseinandersetzen. Es kommt nicht mehr nur auf Umsatzsteuer Voranmeldung und Jahreserklärung an, sondern jetzt auch auf die Meldepflicht für Umsätze im Bereich elektronische Dienstleistungen, Telekommunikations-, Fernseh- und Rundfunkdienstleistungen, die im EU-Ausland an Privatkunden erbracht werden. Umsätze müssen seit Januar 2015 entweder direkt in dem jeweiligen EU-Staat, oder beim Bundeszentralamt für Steuern gemeldet werden. Nicht nur Rechnungsstellung und Buchungsweise müssen angepasst werden, auch Kalkulationen müssen geprüft werden.

Das BZSt bietet hierfür eine Vereinfachung: Das sogenannte Mini-One-Stop-Shop-Verfahren. Hier wird den deutschen Unternehmen ermöglicht, die in anderen EU-Staaten generierten Umsätze, die unter diese Sonderregelung fallen, in einer besonderen Steuererklärung aufzuführen, diese über das BZSt zu übermitteln und die Umsatzsteuer insgesamt zu entrichten. Die Teilnahme kann beim BZSt beantragt werden.

 

1. Ist mein Unternehmen meldepflichtig?

Betroffen von den Änderungen bei der Umsatzsteuer sind inländische Unternehmen in folgenden Bereichen:

  • Datenbanken
  • Digitale Weiterbildungs- und Informationsplattformen
  • Digitaler Content
  • Webhosting, Fernwartung und Software-Dienstleistungen
  • Online-Marktplätze und -Verkaufsportale sowie alle Arten von Internet-Service-Paketen, die mehr umfassen, als den reinen Internet-Zugang

 

2. Wie melde ich meine Umsätze?

Es gibt zwei Wege, die elektronisch erzielten Umsätze an Privatpersonen im EU-Ausland zu melden:

  • Einzelne Registrierung pro EU-Land
  • Nutzung des Mini-One-Stop-Shops

Die Entscheidung, auf welchem Weg die Meldung stattfinden soll muss noch in diesem Jahr getroffen werden. Unternehmen, die bereits registriert sind, brauchen keine Änderungen bzgl. der Umsatzsteuer vornehmen, wenn dieser Weg weiterhin genutzt werden soll. Registrierte Unternehmen, die am Mini-One-Stop-Shop-Verfahren teilnehmen möchten, müssen alle Auslandsumsätze über das Portal melden. Eine Vermischung ist nicht möglich.

 

3. Gibt es eine Meldefrist für das Mini-One-Stop-Shop-Verfahren?

Bis spätestens 20.04.2015 muss man sich online für dieses Verfahren melden. Voraussetzung dafür ist eine vorab getätigte Registrierung.

 

4. Zusätzliche Umsatzsteuer Meldeverfahren

Aufgrund der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze kann es 2015 zu Gewinneinbußen und –Verschiebungen kommen. Daher sollten sich Unternehmer intensiv mit der Preisgestaltung auseinandersetzen, denn durch die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze in den EU-Ländern ändert sich der Ertrag pro Land.
Auch für die Rechnungsstellung müssen die unterschiedlichen Steuersätze der EU-Länder beachtet werden. Eine sofortige Anpassung ist erforderlich. Die aktuellen Steuersätze finden Sie auf der offiziellen Webseite der EU unter: https://ec.europa.eu/taxation_customs/resources/documents/taxation/vat/how_vat_works/rates/vat_rates_de.pdf

Es gibt zwei Möglichkeiten der Verbuchung:

  • Alle Umsatzerlöse auf ein Erlös-Konto buchen
  • Pro EU-Land und Steuersatz ein separates Konto anlagen

 

Fazit

Die Erfassung auf separaten Konten hat den Vorteil, dass die Salden in die Meldung übertragen werden können, vor allem mit dem Mini-One-Stop-Shop-Verfahren. Ein Nachteil ist definitiv, dass das Anlegen der einzelnen Konten bei Belieferung vieler EU-Länder aufwändig sein kann. Jedoch muss man mit einem Erlös-Konto ebenfalls mit Aufwand rechnen, da die Umsätze pro EU-Land nachträglich ermittelt werden müssen.