02 Apr

Design Thinking – Eine hilfreiche Methode

Immer noch werden zahlreiche Produkte entwickelt, ohne auch nur ein einziges Mal diejenigen nach ihrer Meinung zu fragen, die das Produkt nutzen, also die Kunden, oder die Entscheider, die das Produkt verkaufen möchten.

Design Thinking wurde Mitte der 80er Jahre von der Innovationsagentur „IDEO“ entwickelt, um Innovationen hervorzubringen, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren. Grundsätzlich kann diese Methode von jedem Unternehmen durchgeführt werden. Jedoch ist es ein Unterschied, ob man Design Thinking sporadisch einsetzt, oder als festen Prozess in der Konzeption und Entwicklung etabliert.
Kommunikation ist hierbei das A und O. Aber nicht nur die verbale Kommunikation spielt dabei eine Rolle, auch Mimik, Gestik und Körperhaltung sind ein wichtiger Faktor bei der Kommunikation mit Nutzern und Entscheidern.

 

Zusammenfassung der Grundlagen von Design Thinking:

1. EMPATHIZE
Im ersten Schritt geht es darum, das Problem besser zu verstehen und zu definieren. Hierbei ist ein gewisses Einfühlungsvermögen gefragt. Es empfiehlt sich auch, mit „extremen“ Personen aus der Zielgruppe zu sprechen und sie zu beobachten.

Dazu muss man:

  • OBSERVE: Nutzer und deren Verhalten in ihrer gewohnten Umgebung
  • ENGAGE: Auf Nutzer einwirken und sie befragen
  • IMMERSE: Das was der Nutzer erlebt, selbst erleben

 

Um die Basis für die Bedürfnisse der Nutzer zu schaffen, müssen in dieser Phase des Design Thinking Prozesses unter anderem folgende Fragen geklärt werden:

  • Was ist das Problem?
  • Wie lösen die Nutzer das vermeintliche Problem heute?
  • Welche Werkzeuge setzen sie ein?
  • Was sind die Herausforderungen im Projekt?

 

2. DEFINE
Die gesammelten Beobachtungen und Erkenntnisse werden in Schritt 2 verdichtet, um eine 360-Grad-Ansicht der Zielgruppe zu bekommen. Der Fokus wird nun auf das wahre bzw. beherrschende Problem gesetzt.

Ziele in dieser Phase sind:

  • Ein tiefes Verständnis für die Problematik der User erlangen
  • Einen Rundum-Blick des Umfelds der Nutzer bekommen
  • Die eigene Sichtweise basierend auf den Erkenntnissen als lenkende Aussage offenlegen

 

3. IDEATE
Sind die Sichtweisen definiert, versucht man mithilfe verschiedenster Kreativtechniken, Ideen zu finden. Eine gute Methode zur strukturierten Ideensuche ist das Brainstorming. Dabei geht es zunächst um Quantität, nicht um Qualität, es gibt kein richtig oder falsch. Alle Ideen müssen gesammelt und festgehalten werden. Selbst aus den absurdesten Einfällen kann später das optimale Produkt entwickelt werden. Dabei können auch außenstehende Personen mit einbezogen werden, da diese oft andere Ideen einbringen.

Nun ist ein Zwischenschritt notwenig: Die gesammelten Ideen müssen an dieser Stelle gefiltert und komprimiert werden.

 

4. PROTOTYPING
Ein wichtiger Aspekt des Design Thinking ist das Erstellen von Prototypen. Diese helfen, die gesammelten Kreativ-Ansätze zu veranschaulichen und den Nutzern zum Testen vorzulegen. Es geht dabei nicht um funktionale, vollständige Versionen einer Idee, sondern tatsächlich nur um die Visualisierung. Der Vorgang läuft zügig ab und man braucht Mut, ein unfertiges Produkt zu präsentieren. In den frühen Untersuchungen sollten die Prototypen grob gehalten werden, um schnell zu neuen Erkenntnissen und Möglichkeiten für weitere Prototypen zu gelangen. Denn in diesem Schritt ist es wichtig, dass der Nutzer ein Gefühl dafür bekommt, wie die Idee später funktionieren und aussehen könnte. Hilfreich kann in dieser Phase auch das Testen von offenen bzw. ungewissen Aspekten sein.

 

Tipps für die Umsetzung von Design Thinking

  1. ZEIGEN: Kommunikation durch eindrucksvolle und aussagekräftige Erzählungen, illustratives Anschauungsmaterial, oder Erfahrungsberichte.
  2. Menschliche Werte fokussieren: Einfühlungsvermögen für Kunden haben und deren Feedback verstehen und annehmen.
  3. Klarheit schaffen: Ein schlüssiges, inspirierendes Bild aus dem Durcheinander an Problem erzeugen.
  4. Experimentierfreudig sein: Prototypen als wesentlichen Bestandteil des Prozesses sehen. Man baut, um darüber nachzudenken und daraus zu lernen.
  5. Tendenz zur Aktion: Design Thinking ist eigentlich die falsche Bezeichnung, es geht mehr um „Machen“ anstatt „Denken“.
  6. Radikale Zusammenarbeit: Teamwork ist der Schlüssel. 4 Augen sehen und 4 Ohren hören immer besser als 2.
  7. Den Prozess im Auge behalten: Wissen, in welcher Phase des Prozesses man sich gerade befindet und die Ziele nicht aus den Augen verlieren.

 

FAZIT

Design Thinking ist ein umfangreiches Thema und es bedarf definitiv an Übung und Erfahrung, um den Prozess optimal durchzuführen. Design Thinking kann man nicht lernen oder studieren, es ist eine Fertigkeit. Jedoch gibt es gute Workshops, um ein gewisses Gefühl für die Umsetzung zu bekommen.