19 Feb

Digitalisierung – Arbeiten 4.0

Durch die Digitalisierung werden nicht nur Prozesse grundlegend verändert, auch die Art der Zusammenarbeit und Führungskultur werden dadurch stark beeinflusst. Der digitale Wandel bietet ebenso die Möglichkeit, dass starre Strukturen und Abläufe aufgelöst werden können, wenn sowohl das Unternehmen, als auch der Arbeitnehmer sich darauf einlassen.

 

Bereits vor vielen Jahren bahnten sich moderne Strukturen ihren Weg in die Unternehmen – Bei der Gründung der Firma eMundo im Jahr 2000 wurde beispielsweise auf eine hohe Transparenz, Eigenverantwortung und Flexibilität der Angestellten gesetzt. Den Mitarbeitern wurden Freiräume gewährt, heterogene Teams wurden gebildet und die Projektverantwortung wurde demjenigen überlassen, der Lust und Kompetenz aufweisen konnte. Der Gründer Günther Palfinger war der Auffassung, dass die Mitarbeitermotivation unter einer stark arbeitsteiligen und prozessorientierten Struktur leidet. Dieser Ansatz von „Arbeiten 4.0“ sorgte dafür, dass eMundo in Sachen Beschäftigung heute als eine der gefragtesten Vorzeigeunternehmen gilt.

Spätestens als die Arbeitsministerin Andrea Nahles im April 2015 das Grünbuch „Arbeiten 4.0“ vorstellte, war der Hype um dieses Thema enorm groß. Das Grünbuch liefert zwar keine fertigen Lösungen, jedoch beschreibt es mögliche Ansätze einer digitaleren, flexibleren und vernetzteren Entwicklung. In diesem Jahr soll das Weißbuch folgen, in dem dargestellt werden soll, wie wir in Zukunft arbeiten wollen und was wir dafür tun müssen.
Dass die Digitalisierung ein immer wichtiger werdendes Thema ist, sollte jedem klar sein, jedoch betrifft es nicht jedes Unternehmen im gleichen Maß.
 

Anwesenheitspflicht im Büro

Ebenso fortschrittlich verhält sich das Unternehmen Microsoft Deutschland. Hier wird seit geraumer Zeit auf Vertrauensarbeitszeit und -Ort gesetzt – Anwesenheitspflicht im Büro gilt nur für bestimmte Termine. Das Prinzip besagt grundsätzlich: Es ist egal wo und wann gearbeitet wird, solange die Leistung stimmt. Firmen mit Vertrauensarbeitszeit entwickeln sogar angeblich bis zu 14% mehr verbesserte oder neue Produkte.
Im ersten Schritt müssen natürlich die Führungskräfte den Wandel aktiv einleiten und betreiben und die Mitarbeiter von Beginn an mit einbeziehen, sodass diesen die Angst vor Veränderung genommen werden kann. Bei einer Umfrage sagen 81% der Führungskräfte, dass durch eine betriebliche Digitalisierung mehr auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern kommuniziert werden muss. Trotz der neu gewonnenen Freiheiten bleiben jedoch bei einem gut geführten Unternehmen ein paar Regeln nicht aus.
 
Fest steht bereits jetzt: Klassische Arbeitsstrukturen werden immer mehr durch digitale Modelle ersetzt, oder zumindest um diese erweitert – Daran besteht keinerlei Zweifel.
 

Flexibilität und Selbständigkeit

Der digitale Wandel kann wie gesagt nur Hand in Hand mit den Mitarbeitern von Statten gehen. Aber welche Fähigkeiten müssen Beschäftigte besitzen und wie lassen sie sich am besten zum Wandel motivieren?
Wichtig für jedes Unternehmen ist definitiv, einiges an Zeit und Geld in das Wissen und die Motivation der Mitarbeiter zu investieren. Dabei kann es sich um Schulungen, zusätzliche Qualifizierungen, oder auch interne Kick-Off-Treffen handeln. Laut einer Studie der IHK-Forschungsstelle Bildung Bayern bezüglich Arbeiten 4.0 erachtet der Mittelstand langfristig wirksame Investitionen als unbedingt notwendig. Dabei geht es vorrangig um Anpassungen der beruflichen und Hochschul-Ausbildung und der Lehrkräfte. Dabei spielen Faktoren wie Selbständigkeit und Flexibilität bei der Arbeit eine große Rolle, was nicht nur auf Schulen und Universitäten abgewälzt werden kann, denn auch der Betrieb muss diese sogenannten „Soft-Skills“ vermitteln, vorleben und lehren. Ein ebenso wichtiger Faktor ist der Ausbau der selbständigen Arbeitskompetenz durch den Austausch von Auszubildenden zwischen Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen. Aber auch langjährige Mitarbeiter müssen zum Wandel ermutigt werden, indem man ihnen beispielsweise die Möglichkeit gibt, durch Verbesserungsvorschläge und konstruktiver Kritik, ihren eigenen Arbeitsplatz weiterzuentwickeln.
 

Fazit

Die Digitalisierung und der damit einhergehende Wandel werden in Zukunft ohne Zweifel ein fester Bestandteil in der Arbeitswelt sein. Wer sich dieser Weiterentwicklung quer stellen möchte, wird auf lange Sicht im Vergleich zur Konkurrenz wahrscheinlich den Kürzeren ziehen müssen. Es betrifft zwar nicht jedes Unternehmen im gleichen Maß, aber ein gewisses Verständnis und eine gute Portion von Akzeptanz gegenüber dem Wandel und der Weiterentwicklung wird langfristig positive Auswirkungen auf das Unternehmen haben.