29 Mrz

Abmahnung bei Online-Shops

Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen Abmahnungen im Onlinehandel, genauso wie alle Zahlen und Fakten dazu…

 

Abmahnungen sind besonders im Online-Shop-Business schon fast etwas Alltägliches geworden. Wie sehr Abmahnungen die Online-Shop-Welt tangieren zeigt eine aktuelle Studie, die alarmierende Zahlen aufweisen. Ein genauer Blick auf die Ergebnisse zeigt auf, wo sich die größten Gefahren verstecken und wie teuer eine Abmahnung im Schnitt für Online-Shop-Betreiber werden kann.

Was steckt dahinter?

2014 hat der Händlerbund unter über 500 Online-Shop-Betreibern eine Studie zum Thema „Abmahnungen“ erstellt und dabei einige interessante Daten aufgedeckt.
Die wohl größte Stolperfalle für den digitalen Marktplatz ist das Wettbewerbsrecht – Mehr als 50% der Abmahnungen haben hier ihren Ursprung. Im Vergleich dazu wurden wegen Verletzungen des Marken- und Urheberrechts nur jeweils 11% der betroffenen Shop-Betreiber abgemahnt. In 23% der Fälle lag die Ursache in anderen Businessbereichen. Insgesamt waren letztes Jahr 29% der befragten Online-Shop-Inhaber von einer Abmahnung betroffen.

Welche Kosten kommen bei einer Abmahnung auf?

48% der Befragten kamen noch relativ glimpflich davon, hier lagen die Abmahnkosten bei maximal 500€. Rund ein Viertel der Betroffenen musste zwischen 501 und 1.000€ bezahlen. Doch rund jede sechste Abmahnung belief sich auf mehr als 2.000€ und können somit besonders für kleinere Händler existenzbedrohend werden.

Fakten und Zahlen:

  • 78% erhielten 1 Abmahnung
  • 16% erhielten 2 Abmahnungen
  • 5% erhielten 3 Abmahnungen
  • 1% erhielten 4 Abmahnungen
  • Ein Drittel der betroffenen Händler hat mehr Abmahnungen als im Vorjahr erhalten
  • Rund jede zweite Abmahnung wurde wegen Verletzung des Wettbewerbsrechts erteilt
  • 29% haben die geforderte Summe bezahlt
  • 35% haben die Unterlassungserklärung unterzeichnet
  • Rund jede zweite Abmahnung kostete durchschnittlich mehr als 500€

 

Wie sollte man auf eine Abmahnung reagieren?

In der Regel ist ,it einer Abmahnung auch eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. 2014 haben immerhin 35% der betroffenen Studienteilnehmer eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das sind deutlich weniger als im Vorjahr (62% der Abgemahnten).
Für 9% der Betroffenen hat die Abmahnung jedoch nicht mit einer Unterlassungserklärung und einer Geldsumme ihr Ende gefunden, hier kam es schließlich zu einem Gerichtsverfahren. 10% der Betroffenen haben allerdings überhaupt nicht auf ihre Abmahnung reagiert.

Fazit

Die Studie zeigt, dass Abmahnungen nach wie vor ein hochaktuelles Thema im Bereich des Onlinehandels darstellen. Doch ein Ergebnis lässt möglicherweise auf einen interessanten Trend schließen, nämlich die gesunkene Anzahl an unterzeichneten Unterlassungserklärungen. Die Aufklärung, die vor allem Fachmedien und Rechtsanwälte zu diesem Thema betreiben, scheint angenommen zu werden.
Denn eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen hat durchschlagende Konsequenzen. Die Unterlassungserklärung, die zusammen mit der Abmahnung versendet wird, ist in der Regel viel zu umfangreich und sollte unbedingt von einem Rechtsanwalt überprüft werden, bevor sie unterzeichnet wird.

Grundsätzlich gilt: Wenn eine Abmahnung ins Haus flattert, nicht unüberlegt handeln und sofern vorhanden, umgehen die eigene Berufshaftpflicht-Versicherung kontaktieren. Niemals eine Unterlassungserklärung einfach so unterschreiben, ohne die rechtlichen Konsequenzen geprüft zu haben! Anwaltlicher Rat ist hier dringend empfehlenswert.
www.exali.de/Info-Base/abmahnung-studie